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 Bericht Im Morgengrauen fuhr die Fähre in den Seyðisfjörður ein. Erst traute sich kaum einer auf das Vorderdeck, denn der Nebel war ziemlich ungemütlich. Einige Zeit später aber herrschte dort reges Treiben. Nach dem Anlegen war das kleine Dorf Seyðisfjörður im Nu von einer Schar Touristen bevölkert. Viele Einwohner leben von den Touristen, die im Sommer einmal in der Woche hier anlanden. Ohne die Anbindung wäre der Ort sicher noch einsamer als er eh schon ist.
Dann folgten für mich die ersten 24 km auf der Paßstraße nach Egilsstaðir. Bei dem Wetter war das kein wirkliches Vergnügen. Die Kleidung wurde schon am ersten Tag tüchtig auf die Probe gestellt. Von Egilsstaðir aus ging es weiter am See Lagarfljót entlang zum 118 m hohen Wasserfall Hengifoss. Um ihn aus der Nähe zu sehen, muss man allerdings eine dreiviertel Stunde Fußmarsch auf sich nehmen; aber es lohnt sich!
Gleich hinter dem Hengifoss schlängelt sich die Straße in Serpentinen hinauf in die Fjlótsdalsheiði. Bei gutem Wetter hat man einen hervorragenden Fernblick bis zum Vatnajökull. Durch die Bauarbeiten am Kárahnjúkar-Staudammprojekt waren die ersten 40 km auf der Hochlandpiste nicht gerade ein Vergnügen. Staub und Dreck von den LKWs bedeckten mich und mein Fahrrad. Aber der Snæfell entschädigt für alle Strapazen!
Der Snæfell (=Schneeberg) ist ein echter Geheimtipp im östlichen Hochland. Man kann dort hervorragend wandern und das kleine grüne Tal mit der Hütte ist eine richtige kleine "Wohnstube".
Von dort aus ging es wieder nach Norden: Im Hrafnkelsdalur war eine größere Furt zu nehmen. Bloß ein einziger Hof ist in diesem Tal noch übrig, der bewirtschaftet wird. Ansonsten gibt es dort nichts mehr. Der nächste Ort auf den man trifft ist Brú (=Brücke). Dort ist wirklich nicht mehr als der Name sagt. Die Straße führt jetzt weiter über den Jökulsá á Dal und an zwei Höfen vorbei. Etwas oberhalb kann man herrlich in einer Senke an einem kleinen Bach zelten.
Hinter Brú geht es über den Bergrücken ÞrÃhyrningsfjallgarður. Das Land ist hier deutlich öder als zuvor und das Grün schwindet. Mehr und mehr breitet sich eine Geröllwüste aus. Ab und zu finden sich Wegkreuzungen und Reifenspuren in einer wüstenartigen Landschaft. Die nächsten Zivilisationen sind über 20 km entfernt. Des öfteren führt der Weg durch ausgetrocknete Flussbetten. Bei heftigen Regenfällen können diese in Minuten zu reißenden Bächen anschwellen und die Landschaft in eine Seenplatte verwandeln!
Das Gebiet um den Fluss Kreppa ist mit Lavagestein übersät. In der Ferne sieht man schon den Herðubreið, einen sehr imposanten Vulkan. Das Gestein knirscht merkwürdig unter den Füßen und die Zeltheringe sind schwierig zu verankern. 
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