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Über den Sprengisandur   Silvester 1999 / 2000  unterwegs auf Island...  Stippvisite 2005
QuadratEinleitung


Meine Mountainbike-Tour 2003 führte mich durch das Sprengisandur-Gebiet im isländischen Hochland. Auf zum Teil sandigen, aber meistens sehr steinigen Pisten ging es vom Fähranleger in Seyðisfjörður in Ostisland über Brú á Jökulsdal, Herðubreið und Askja am Vatnajökull vorbei bis nach Landmannalaugar im Süden.

Bis Landmannalaugar war ich 15 Tage unterwegs und fuhr etwa 560 km durch die verschiedensten Landschaften. Was ich dabei erlebt und gesehen habe gibt es in ein paar Wochen hier auf dieser Seite in einem ausführlichen Reisebericht nachzulesen bzw. jetzt schon auf den Fotoseiten zu sehen.



QuadratEin Gedicht erzählt von Schafhirten

Á Sprengisandi

Ríðum, ríðum og rekum yfir sandinn,
rennur sól á bak við Arnarfell.
Hér á reiki er margur óhreinn andinn,
úr því fer að skyggja á Jökulsvell.
Drottinn leiði drösulinn minn,
drjúgur verður síðast áfanginn.

 

Þei, þei. Þei, þei. Þaut í holti tófa
þurran vill hún blóði væta góm,
Eða líka einhver var að hóa
undarlega digrum karlaróm.
Útilegumenn í Ódáðahraun
eru kannski að smala fé á laun.

 

Ríðum, ríðum, rekum yfir sandinn,
rökkrið er að síga á Herðubreið.
Álfadrottning er að beizla gandinn,
ekki er gott að verða á hennar leið.
Vænstra klárinn vildi ég gefa til
að vera kominn ofan í Kiðagil.

 

Grímur Thomsen (1820 - 1896)

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QuadratDas isländische Hochland


Das isländische Hochland wird bestimmt durch die drei großen Gletscher Vatnajökull (8300 km²), Langjökull (950 km²) und Hofsjökull (923 km²). Das an den Gletscherzungen hervortretende, milchig-trübe Schmelzwasser bildet reißende Gletscherflüsse und schneidet tiefe Schluchten in das Land. Nur an wenigen Stellen sind diese Flüsse überhaupt passierbar und dort auch nur zu bestimmten Zeiten einigermaßen risikofrei.

 

Die vorherrschende Farbe im Landesinneren von Island ist Grau. Sand-, Geröll- und Lavawüsten wechseln sich ab. Nur an ganz wenigen Stellen finden sich etwas Gras oder kleine Moosansammlungen.

 

Und überall lauern Gefahren: Gletscherflüsse können innerhalb von Stunden anschwellen und eine vorher noch passierbare Furt plötzlich unpassierbar machen. Wetterumschwünge können Reisende in ernste Gefahr bringen; in den Sommermonaten wurden schon oftmals Schneestürme verzeichnet. Auch von sogenannten "Quicksands" wird berichtet, das sind Stellen mit Treibsand, die man oft erst zu spät bemerkt.

 

Das Hochland bietet aber auch angenehme Dinge, z.B. warme Quellen zum Baden. Die bekanntesten sind zweifelsfrei die von Landmannlaugar relativ weit im Süden. Ebenfalls oft frequentiert sind die Quellen von Hveravellir am Kjalvegur. Im Osten befinden sich die warmen Quellen von Kverkjöll am Fuße des Vatnajükulls und die Víti in der Askja.

 

Das Gebiet der Askja besteht aus einer riesigen Lavawüste, die Ódáðahraun (Missetäterwüste). Die Askja (Schachtel) ist eine Caldera (Eisturzkrater), dessen letzter Ausbruch im Jahre 1875 verhehrende Folgen hatte: Viele Menschen und Tiere in Island kamen um und die Asche ging sogar noch in Schweden nieder!

Die Wege durch das Hochland werden heute in den Sommermonaten relativ stark befahren. Isländer und auch viele Touristen durchqueren das Land mit geländegängigen Fahrzeugen und Bussen. Gefährliche Furten sich inzwischen mit Brücken versehen. Nach den Wintermonaten, in denen die Pisten allerdings für den gesamten Verkehr gesperrt sind, müssen dennoch viele Strecken zunächst mit Räumfahrzeugen freigeräumt werden, bevor sie befahren werden können.

 

Auch wenn das isländische Hochland in heutiger Zeit weitestgehend bekannt und kartographiert ist, ist jede Befahrung der Pisten immer wieder eine Herausforderung und birgt ständig Gefahren und Risiken.

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QuadratDer Sprengisandur


Seit jeher siedelten die Bewohner Islands an der Küste. Bis auf wenige Ausnahmen befinden sich alle Siedlungen und Bauernhöfe auch heute noch innerhalb eines schmalen Küstenstreifens.

 

Die Meeresküste versorgte die Menschen mit Fisch und bildete somit eine Lebensgrundlage in einer rauhen Umgebung. Die zweite Nahrungs- und Rohstoffquelle war das Schaf. An den relativ vegetationsreichen Küstenstreifen fand sich genügend Weideland. Auch Treibholz, das oft an der Küste angespült wurde, war ein wichtiger Rohstoff für den Bau von Häusern und Unterkünften.

 

Das Landesinnere dagegen war unwirtlich und weitestgehend unbekannt. Überall lauerten Gefahren durch reißende Gletscherflüsse, tiefe Schluchten und weite Lavafelder, die unpassierbar waren.

 

Mit der Nutzung des Pferdes als Last- und Reittier, unternahmen die Isländer dennoch immer wieder gefahrvolle Bemühungen, in das Hochland vorzudringen. Die Weideflächen für die Schafe an den Küsten wurden knapp und man trieb die Schafe von Jahr zu Jahr weiter ins Land hinein. Auf der Suche nach neuem Weideland wurden Flüsse durchquert und riskante Wege beschritten und viele kehrten nie von einer solchen Tour zurück.

 

Über die Jahrhunderte haben sich im wesentlichen zwei Nord-Süd-Strecken durch das Hochland als "bereisbar" herausgestellt. Die eine ist der Kjalvegur, der zwischen den Gletschern Langjökull und Hofsjökull hindurch von Süden her in den nordwestlichen Teil Islands führt. Die andere Strecke ist der Sprengisandur, der genau wie der Kjalvegur im südwestlichen Teil Islands beginnt, über Landmannlaugar (Laugarvegur) zwischen den Gletschern Hofsjökull und Vatnajökull hindurchführt und sich dann in drei Wege teilt: Der eine führt nach Nordwesten weiter, der zweite direkt nach Norden in die wichtige Stadt Akureyri und ein dritter nach Nordosten.

 

Mit der "Erforschung" und Markierung dieser Wege durch große Steinhaufen (Wärter) war nicht nur die Hauptstadt Reykjavík mit der "Hauptstadt des Nordens" Akureyri verbunden, sondern auch die beiden Bischofssitze Skálholt im Süden und Hólar im Norden.

 

Dennoch war die Reise durchs Hochland nach wie vor gefährlich und wurde nur in besonderen Situationen unternommen.

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