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23. August 2006 – Álftavatn/Hvanngil

Bereits um 7:00 Uhr werden wir von unseren Mitstreitern geweckt und können unsere warme Schlafstatt nicht mehr wirklich genießen; gegen 7:30 Uhr stehen auch wir auf. Der erste Stau in der Küche ist vorbei, so daß wir gemütlich frühstücken können. Leider hat sich das Wetter nicht wirklich gebessert, und so machen wir uns bei unserem Start kurz vor 10:00 Uhr wenig Hoffnung, die nächste Höhenwanderung genießen zu können.

Wieder können wir die nächsten Sticks, die unseren Weg kennzeichnen, kaum erkennen und nur ein uns vorausgehendes kanadisches Pärchen erleichtert uns den Weg, indem sie uns Hindernisse vorzeitig anzeigen. So wird das ewige Auf und Ab in den Mulden und an den Rändern der Schneefelder nicht noch schwerer als es ohnehin schon ist.

Leider verhindert auch diesmal das schlechte Wetter, daß wir die Landschaft um uns herum wirklich wahrnehmen und genießen können. Alles was wir gerade sehen können, sind ein paar Schneefelder am Rande. Unser Weg führt heute an Eishöhlen und Schneeüberhängen vorbei und manche liegen gefährlich nahe am Weg. Am Südosthang des Kaldaklofsfjöll erhalten wir erstmals durch die aufreißende Wolkendecke einen schönen Blick auf die vor uns liegende schwarze Lavawüste mit den schmalen grünen Zonen. Doch unser Weg führt zunächst weiter am Rande des Hochplateaus entlang und erst am Ende, oberhalb der Schlucht Jökulgil, erhalten wir klare Sichtverhältnisse.

Die Schulklasse, welchen den gleichen Weg nimmt wie wir, hat uns nun eingeholt. Da sie nur mit leichtem Gepäck unterwegs sind, ist für sie der zu bewältigende Steilhang in die Schlucht leichter zu begehen. Die Geister scheiden sich bei der Frage, ob nun der Weg mit Gepäck nach oben oder nach unten einfacher ist; in jedem Fall würde ich bei unserem Abstieg gerne auf die drückende Last in meinem Rücken verzichten.

Heute haben wir unser Ziel schon sehr früh vor Augen, denn der See Álftavatn ist bereits zu sehen, wenn auch noch einige Zeit und Wegstrecke entfernt. Nachdem wir den ersten Teil des Abstiegs bewältigt haben, machen wir erst einmal Rast, auch um endlich mal wieder Fotos machen zu können. Doch auch das letzte Stück ist nicht einfach und so sind wir froh, als wir endlich im Tal angelangt sind. Unser Ziel ist noch fern und vorher gilt es noch, ein weiteres Abenteuer zu bewältigen: unsere erste Furt auf der Wanderung! Der Fluß Grashagakvisl kreuzt unseren Weg und ist zu durchwaten. Zunächst beobachten wir die Schulklasse beim Furten, aber dann sind wir an der Reihe. Nachdem wir unsere Schuhe mit den Sandalen getauscht hatten und die Hose „aufgezippt“ war, ging es los. Oh je, das Wasser ist kalt! Jetzt heißt es, die Nerven zu behalten und nicht hektisch zu werden, denn die Strömung ist ziemlich stark. Doch dann ist es überstanden und ich denke erst einmal nur: „Kalt, kalt, kalt!!!“ Aber wenn die Füße ersteinmal abgetrocknet sind, werden sie zur Belohnung richtig mollig warm.

Nun geht es über eine „grüne“ Ebene auf den Álftavatn zu und wir haben nach ca. einer Stunde unser Ziel erreicht. Eine Pause und die Möglichkeit, schon eine Teilstrecke des morgigen Tages zu bewältigen, läßt uns schließlich nicht hier verweilen, sondern noch einen eineinhalb Stunden weiten Weg und zwei Furten auf uns nehmen. Im Furten nun schon geübt, macht das eigentlich sogar Spaß, zumal die beiden vor uns liegenden nicht sehr schwierig sind. Aber es ist schon mühevoll, immer erst die Kleidung zu wechseln und den Rucksack auf und wieder abzusetzen.

Unsere letzte Etappe führt zur Hütte Hvanngil durch grüne, saftige Wiesen; aber auch hier sind immer wieder Höhen zu bewältigen und so sind wir schließlich mürbe vom ewigen auf und ab, als wir die Jeeppiste und damit das letzte Stück Weg erreichen. Nur die Freude auf eine warme Dusche, auch wenn 5 Minuten 300 Kronen kosten, hält uns aufrecht.

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir unser Ziel und machen nach dem Zeltaufbau gleich erst einmal Abendessen, denn wir sind ziemlich hungrig. Wohl genährt gehen wir uns unsere wohlverdiente Dusche gönnen und genießen schließlich noch den restlichen Abend in schöner Zweisamkeit im Zelt. Morgen wird es wieder eine lange Strecke, aber hoffentlich eine nicht so steile.

 

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