Änderungen  Neuigkeiten  Suchen  Übersicht  Gästebuch  Kontaktformular  Impressum  
Island Flagge  NAVIGATION 
Wissenswertes
Inselumrundung 1999
Silvester 1999 / 2000
Sprengisandur 2003
Stippvisite 2005
Laugavegur 2006
Landmannalaugar
Hrafntinnusker
Hvanngil
Botnar (Emstrur)
Þórsmörk
Skógar
Reiseinformationen
Landkarten
Panoramabilder
Links
Island Flagge  SUCHEN 
Suchbegriff
Erweiterte Suche
1. Tag: Hoch zum Hrafntinnusker   Landmannalaugar  Laugavegur 2006  Hvanngil
QuadratFotogalerie



     
Nach oben


QuadratBericht

22. August 2006 – Hrafntinnusker

Leider hat es die Nacht nicht wirklich geregnet, sondern viel mehr gestürmt, so fällt uns am heutigen Morgen die Entscheidung schwer, ob wir aufbrechen sollen oder nicht. Die Regenfront hat sich über Nacht weiter in die Berge bewegt, so daß unser Treck sehr ungemütlich werden könnte. Da wir Bedenken haben, ob die Sicht auf der Hochebene gut genug sein würde, fragen wir die Wartin in Landmannalaugar um Rat. Ihrer Auskunft nach wird heute eine Schulklasse ebenfalls aufbrechen, und wir könnten uns deren Guides anschließen, wenn wir nich alleine gehen wollten. Wir entscheiden uns schließlich gegen 10:00 Uhr loszugehen; ggf. lassen wir uns von der Gruppe aufsammeln. Das Aufsetzen der Rucksäcke ist der erste Schock: 15 bzw. 20 kg sind doch anspruchsvoll, insbesondere da es heute stetig bergauf geht und gleich hinter der Hütte der Aufstieg in den Laugahraun beginnt, ein Labyrinth aus Lavasteinen und damit ein ewiges Auf und Ab.

Nach einiger Zeit Fußmarsch befinden wir uns am Fuße des Brennisteinsalda, ein in Rot- und Orangetönen gefärbter Berg, und eigentlich möchte ich jetzt schon umdrehen. Aber kneifen gillt nicht, also weiter! An den Solfataren, aus denen Schwefelwasserstoff und Wasserdampf aufsteigt, machen wir einen kurzen Fotostopp, aber die Rucksäcke bleiben aufgesetzt, weil das ständige Auf- und Absetzen ganz schön anstrengend ist.

Tapfer geht es immer höher hinauf, etwas unterhalb des Gipfels führt der Weg entlang auf der stetig ansteigenden Höhenstrecke. Die Landschaft wechselt sich ständig ab, auch die ersten Schneefelder sind zu sehen. Hier fängt es an, äußerst ungemütlich zu werden, der Wind nimmt stetig zu, und so durchnäßt uns der Nieselregen zunehmend. In einer kleinen, etwas windgeschützten Mulde machen wir schließlich ein kleines Picknick und ein paar Fotos. Doch nach kurzer Zeit gehen wir dann schon weiter.

Wir bewegen uns ständig zwischen Mulden und Hügeln, wobei die Hänge zunehmend steiler werden. Doch als wenn dies noch nicht ausreichen würde, läßt die nunmehr einem Sturm ähnelnde Schlechtwetterfront auch nur noch wenig Sicht und so wird es mühselig, die Sticks zu finden, die den Weg markieren. Das Wetter und die steilen Hänge untergraben stetig unsere Moral und so haben wir wenig von der bei klarer Sicht eigentlich schönen Landschaft. Uns treibt nur noch eines voran: wir wollen ans Ziel! Nach etwa 3 Stunden Wanderung stürze ich vom Wind drangsaliert an einem steilen Abstieg. Da die Erde hier dunkel und feucht ist, sehe ich in meinen hellen Sachen sofort wie ein Schwein aus, daß sich im Dreck gewälzt hat. Und meine Stimmung ist auf dem Nullpunkt angekommen. Mühsam rappele ich mich wieder auf, glücklicherweise wird es nur einen großen blauen Fleck geben. Von jetzt an schleppe ich mich vollkommen demoralisiert die Hänge weiter hinauf und verfluche jede weitere tiefe Mulde, die nur bedeutet, daß ich auf der anderen Seite um so höher wieder hinauf muß.

Schließlich befinden wir uns in der Nähe des Söðull, als wir am Rande eines Schneefeldes die Sticks aus den Augen verlieren und nur noch wilden Fußspuren folgen können. Schließlich trauen wir uns auf das vereiste Schneefeld, nur um nach etwa 100 Metern festzustellen, daß es nicht der richtige Weg ist. Wie durch Zufall haben wir für einen kurzen Moment das Glück, die Sticks am Fuße des Schneefeldes wiederzuerkennen. Jetzt heißt es umkehren - die sicherste Wahl - und hoffen, daß die nächsten Sticks besser zu sehen sind. Schließlich finden wir auf unseren Weg über den Höhenzug eine Gedenktafel zur Erinnerung an jemanden, der hier in einem Blizzard starb, obwohl es nicht mehr weit bis zur Hütte war. Sehr aufbauend, wenn man bedenkt, daß wir uns mitten in einer Schlechtwetterfront befinden. Dann treffen wir jedoch auf einen Wanderer, der uns erzählt, wir seien nur noch eine knappe halbe Stunde von der Hütte entfernt. Das tut gut zu hören, auch wenn wir wissen, daß wir länger brauchen werden, denn im Vergleich zu ihm, müssen wir weiter bergauf. Aber nach knapp einer Stunde sehen wir endlich hinter einem Hang die Hütte im Nebel. Juhu, jetzt ist es nicht mehr weit! Kurz vor der Hütte treffen wir die Wartin, die uns einen Schlafplatz in der warmen Hütte anbietet. Zum Glück hat sie noch Plätze frei, denn die Schulklasse, die uns folgt, wird hier heute auch übernachten. Wir können unser Glück kaum fassen, denn es wäre unmöglich bei diesem Wetter das Zelt aufzubauen und darin zu schlafen!

In der Hütte können wir uns unserer nassen Sachen entledigen und die Wärme genießen. Wir suchen uns schon einmal einen Schlafplatz im Dachgeschoß und breiten unser Gepäck aus. Unsere Wartin Marianne spricht sehr gut deutsch und da sich die Hütte nach und nach mit weiteren Wanderern füllt, wird es schnell ein angenehmer Nachmittag und Abend. Auch das Eintreffen der Schulklasse, ein Haufen Halbstarker, kann diese Ruhe nicht stören. Auch wenn wir ansonsten in der Hütte auf Komfort und Zweisamkeit verzichten müssen, läßt uns die Wärme und ein leckeres Essen, zu dem wir von den Lehrern der Schulklasse eingeladen worden sind, angenehm entspannen. Gernot findet sogar Gesellschaft zum Skat spielen. Nach einer letzten Tasse Tee und Zähneputzen, draußen vor der Hütte, fallen wir gegen 22:00 Uhr in einen angenehmen, erschöpften Schlaf; und hoffen auf besseres Wetter.

 

Fortsetzung

Nach oben


DreieckBewertung für diese Seite

  (2 Bewertungen)
  


  Landmannalaugar  Laugavegur 2006  Hvanngil
Island Flagge  NEUIGKEITENRSS

Keine Neuigkeiten innerhalb der letzten 14 Tage!

Island Flagge  WETTER 
Diese Seiten wurden erstellt mit:
Typo3 Logo

Valid CSSValid XHTML 1.0 Transitional